Im Frauenhaus Aargau Solothurn finden Frauen Zuflucht vor jenen, die sie lieben. Es sind oft tragische Schicksale, welche die Frauen dazu bringen, sich beim Frauenhaus zu melden. Da ist zum Beispiel Yuna*: Sie flüchtete mit ihrem Vater und Bruder in die Schweiz und fühlte sich wohl hier. So wohl, dass sie sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen wollte. Ihr Kopftuch legte sie ab, ihre Kleidung passte sie an. Es dauerte nicht lange, bis ihr Vater ihr gegenüber zum ersten Mal Gewalt anwandte. Yuna wehrte sich, nabelte sich von der Familie ab und versuchte, ihr Leben an einem neuen Ort weiterzuleben. Doch der Vater und ihr Mann gaben nicht auf, suchten nach ihr, spürten sie auf. Yuna fürchtete um ihr Leben. Und fand Zuflucht im Frauenhaus. 

Wie Yuna geht es leider immer noch unzähligen Frauen. Einige von ihnen sind nicht zum ersten Mal im Frauenhaus; die meisten kehren nach einem Aufenthalt zurück zu ihren Peinigern. Weshalb sie das tun ist eine Frage, die sich nicht leicht beantworten lässt. Im Frauenhaus sollen die Frauen zunächst zur Ruhe kommen, ein Gefühl von Sicherheit erhalten. Sie erhalten Ämtli und sollen im Haus mithelfen. Es wirkt fast wie eine grosse WG, wie Alltag und Normalität. Wären da nicht die hohen Lattenzäune, die vermeiden sollen, dass man von aussen in den Garten sieht oder das stets verschlossene Tor zum Haus. Wäre da nicht die Regel, dass das Handy sofort ausgeschaltet und abgegeben werden muss und jene, dass keine Social-Media-Profile aufgerufen werden dürfen. Denn wer hier ist, versteckt sich. Sucht Zuflucht und will nicht gefunden werden - deshalb ist auch der Standort des Frauenhauses geheim. All dies dient dem Schutz der Frauen, die oft mit den Kindern im Arm beim Frauenhaus ankommen und es als letzte Lösung sehen. Diese Frauen haben den ersten, wichtigen Schritt in ein neues Leben gemacht und die Betreuerinnen versuchen, Ihnen beim Abnabeln zu helfen. Die Frauen müssen lernen, dass sie nein sagen dürfen. Ihnen muss vermittelt werden, dass sie etwas wert sind. Denn dieses Gefühl wurde den meisten bereits früh genommen. Nicht nur deshalb ist es wichtig, dass es Institutionen wie das Frauenhaus gibt. Wenn sie auch nur einer Frau helfen können, ist die Welt für sie zu einem bessern Ort geworden. Auch Yuna hat es geschafft: Heute lebt sie an einem neuen Ort, der Vater ist mittlerweile ausgeschafft. Sie hat dank dem Frauenhaus ein neues Leben begonnen. 

Hier gehts zur Reportage.

// This photo series has been awarded with the press photography prize "Medienpreis Aargau/Solothurn" 2017.

// Diese Fotoreportage wurde mit dem Medienpreis Aargau/Solothurn 2017 ausgezeichnet.

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